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Liscellaneous collection of the fregrand of Gernian

gy
nenasia and real schools

3 vet.

for the

year 1888.

Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Köllnischen Gym-

nasiums zu Berlin. Ostern 1888.

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I.

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In Schnorr von Carolsfeld's Archiv für Litteraturgeschichte XV 238 ff. habe ich einige von Herder in Riga geschriebene Recensionen ans Licht gezogen, die vor ihrer Aufnahme in die Sämmtlichen Werke einer Sichtung bedürfen. Den Freunden Herders und feinfühligen Kennern seines Stils überreiche ich zunächst einen Abdruck derselben aus Nicolais Allgem. deutschen Bibliothek, in welcher sie vergraben liegen, mit der Bitte um gefällige Beteiligung an einem Zergliederungsgeschäft, das an den Nummern II und III vollzogen werden muss. Während nämlich ,, Monsieur Erdèr in Paris dem eingeschränkten Kreise unserer deutschen Streitsucht entzogen, für die Behorcher seiner Schritte unsichtbar geworden war“, stutzte Nicolai, um den „böse gewordenen“ Dusch wieder zu beruhigen, Herders Manuscript No. II derartig zurecht, dass er bei der Drucklegung neben dessen Zeichen Y sein eigenes Zeichen G setzen durfte. – Von dem 7 Seiten langen ,,kritischen Picknick" No. III hat Herder vier Seiten bezahlt bekommen. Dieser Umstand, so wie die Stellung der Zeichen A. Y. darf nicht zu der Annahme verführen, dass die ersten 3 Seiten (Für die Krone) von dem A-Recensenten, und die übrigen 4 Seiten (Lysias Trauerlobrede) von Herder stammen. Meines Erachtens hat der letztere eine Recension des ganzen Büchleins') eingeschickt, die dann auf Nicolais Veranlassung von dem Bielefelder Rektor Wehrmann (Zeichen A.) überarbeitet, oder vielmehr durch philologische Zusätze erweitert wurde. Sollten verschiedene Chorizonten dieser Nummern ein übereinstimmendes Ergebnis gewinnen, so dürfte Herders Anteil gerettet werden können. Wilhelm Scherer - und Bernhard Suphan haben auf diese Weise einen Herder-Artikel in den Frankf. Gel. Anzeigen vom Jahre 1772 gesichert (vgl. Neudruck S. LXIV Zeile 6 von unten).

Einige Fingerwinke sind vielleicht nicht überflüssig. Dusch sämmtl. poet. Werke 1. Thl. wurden von Moses Mendelssohn recensiert A. D. B. V 1, 3—11; Dusch Briefe des Theodosius und der Constantia, Berlin 1764, wurden von dem Berliner Prediger Lüdke recensiert A. D. B. VII 1, 280. Ferner ist Nicolais Besprechung der Streitschriften, welche Wittenberg, der Schriftleiter des Hamburger Correspondenten, gegen Dusch losliefs, sehr beachtenswert (A. D. B. VII 2, 302), und schliesslich Herders DuschRecensionen im vierten Bande von Suphans Ausgabe S. 278—298). - Bei Sichtung der

1) Es enthält, nach einer Widmung an den Landesfürsten: 14 Seiten Vorrede, S. 1–42 Leben und Charakter des Demosthenes, S. 43–214 Rede für die Krone, S. 215—248 Lysias Trauer-Lobrede. Die Königl. Bibliothek besitzt ein Exemplar Ex libris Quinti Icilii. 2) Seite 291 fehlt das Zeichen Y.

Nummer III empfiehlt es sich zu vergleichen: die Recensionen der Reiskeschen DemosthenesÜbersetzungen A. D. B. I 1, 20 und II 2, 70 von Heyne, und Anhang zu XII 721 von Walch in Schleusingen. Wehrmann spielte übrigens, wie ich früher bereits nachgewiesen habe, in den ersten zwölf Bänden der A. D. B. dreimal die Rolle eines Zwillingsrecensenten. Der Abdruck ist buchstabengetreu, da die mancherlei Druckfehler im Original möglicherweise auf Herders Schriftzüge zurückzuführen und somit zur Feststellung seines Anteils dienlich sind.

CC LXVI.

No. I. Allg. D. Bibl. XI 2, 333-335. (2'2 Seite, klein gedruckt.) Petri Lambecii, Hamburgenfis commentariorum de augustissima bibliotheca caefarea vindo

bonensi liber primus, editus in lucem auspicio ac liberalitate sacratissimi gloriofiffimique principis et Dn. N. Imp. Caes. Leopoldi 1. pii, Felicis, inclyti, victoris ac triumphatoris semper augusti. Editio altera Opera et studio Adami Francisci Kollarii, pannonii neofolienfis, Mariae Theresiae augustae a confiliis, et vindobonensis bibliothecae palatinae custodis primarii. Vindobonae, typis et sumtibus Ioan. Thomae nob. de Trattnern, augustae aulae typographi, et bibliopolae vindobonensis. Anno a partu virginis cio 15

Fol. 114 Bogen, nebst neun und einem halben Bogen Kupfer.")

Wir holen an diesem Buche einen beträchtlichen Beytrag zur gelehrten Geschichte Deutschlands nach, der nach seinem mannichfaltigen Inhalte auch in mancherley Fächer gehöret. Nur ists zu beklagen, daß alles in ihm unter so viel Angebäude und Nebenwerke, Commentarien, und Additaniente und Supplemente zerstreuet ist, daß es dem Leser schwer wird, jedes unter seinen Namen zu bringen.

Der Hauptzweck ist, von der Kaiserlichen Bibliothek in Wien Nachricht zu geben, von der ihre Geschichte, ihre Bibliothekäre, ihre vornehmsten Zuwüchse, und Einrichtungen insonderheit, die von Lambeck herrühret, erzählet wird - alles aber, wie gesagt, jo zerstreuet und Stüdweise, daß die Ordnung in dem Buch wohl nicht ein Symbolum der Drdnung auf einer Bibliothek seyn dürfte. Der Ursprung der Bibliothek wird im Commentar selbst nur beyläufig abgehandelt, hat aber nachher das erste Additament zur weitern Ausführung. Allein auch hier wird mehr dem Naudé widersprochen, als eine ruhige und völlige historische Erzählung gegeben: das ausführlichste find die Verbesserungen, die zum Poffevinschen Catalog der Manuscripte dieser Bibliothek, zu frisens Bibliotheca universalis und zu Anton Verders Bibliotheca Constantinopolitana gegeben werden: und viele daselbst ausgelassene Manuscripte. Ausser einigen einzelnen ausführlich beschriebenen Codicibus ist in einem eignen Additament ein Register der Orientalischen Manuscripte dieser Bibliothek enthalten; in allen diesen zerstreuten Fächern ist also bald für diese bald für eine andre Gattung von Bücherkennern Nahrung. Bey den beträchtlichsten Vermehrungen der Bibliothek werden häufig Dinge eingestreut, z. E. ein Geschlechtsregister der Grafen von Fugger, verschiedne Annekdoten und Briefe von Busbek, Partikularien von Kaysern, zum Theil Briefe, Verordnungen, u. . w. insonderheit vom Kayser Leopold;, kurz, mancherley Dinge, die hierher gehören, und nicht gehören. Alsdenn die Schidsale der Bibliothek unter ihren verschiednen Aufsehern; die neuliche Einrichtung

1) Die erste Ausgabe des Lambec erschien 1665 in 8 Bänden; von der zweiten 1766–1782 recensiert Herder hier nur den 1. Band. Der 2. Band wird in der A. D. B. Anhang zu XXIV S. 724 nur kurz angezeigt: „ihm gebührt auch der gleiche Ruhm, der ihm XI 2, 333 unsrer allg. d. Bibl. zuerkannt worden.“ Der Recensent (Schmid in Berlin) hat Herders Artikel wohl nicht gelesen. Dagegen werden die folgenden Bände sehr ausführlich recensiert in A, D. B. XL 1, 235. XLVI 1, 292. XLVII 2, 552.

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